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Betriebsstatistik zum 31.12.2016

Betriebsstatistik zum 31.12.2016

Übermittlung der Ergebnisse der Betriebsstatistik für das Kalenderjahr 2016

Sehr geehrte Damen und Herren,

als Anlagen zu diesem Schreiben übermitteln wir Ihnen die detaillierten Ergebnistabellen zur Betriebsentwicklung im Handwerk Jahr 2016 einschließlich einer Übersichtstabelle zu Ihrer Kenntnisnahme. In diesem Zusammenhang danken wir den Handwerkskammern und den regionalen Handwerkskammertagen für die tatkräftige Unterstützung bei der Erstellung der Statistiken und für die termingerechte Lieferung.

Anlage Bestand
am
01.01.2016
Zugänge Abgänge Bestand
am
31.12.2016
Absoluter
Zuwachs
Relative
Veränderung
A 585 165 28 157 34 098 579 224 -5 941 -1,0%
A eT 368 11 30 349 -19 -5,2%
B1 235 818 37 545 34 354 239 009 3 191 1,4%
B2 182 643 19 522 21 479 180 686 -1 957 -1,1%
Gesamt 182 643 19 522 21 479 180 686 -1 957 -1,1%

 

Zu den Ergebnissen: Der Betriebsbestand im Handwerk hat sich im Jahr 2016 geringfügig verkleinert. In den Rollen und Verzeichnissen der Handwerkskammern waren zum 31.12.2016 insgesamt 999.268 Betriebe eingetragen. Das ist ein Rückgang um 4.726 Betriebe oder 0,5 Prozent im Vergleich zum Jahresbeginn 2016. Im Gesamthandwerk hat damit die leicht rückläufige Entwicklung der Betriebszahlen wie in den Jahren 2014 und 2015 angehalten. Dabei sind die Betriebsbestände in der Anlage A etwas stärker gesunken als im Vergleichszeitraum. Mit der gleichen Veränderungsrate wie zuvor hat sich 2016 der Betriebsbestand in den Anlage-B2-Handwerken verringert. Weiter angewachsen ist die Zahl der Handwerksbetriebe in der Anlage B1. Damit hat sich der ununterbrochene Anstieg der Betriebszahlen in der Anlage B1 seit der HWO-Novellierung von 2004 fortgesetzt. Allerdings hat sich die Zuwachsrate wie in den Vorjahren weiter abgeschwächt.

Anlage B1: In den zulassungsfreien Gewerken der Anlage B1 hat sich der seit 2004 ununterbrochene Betriebszuwachs fortgesetzt. Dabei hat sich das Wachstumstempo der Betriebszahlen für die B1-Gewerke jedoch erneut verlangsamt. Die Anzahl der eingetragenen Betriebe ist gegenüber dem Jahresbeginn 2016 um 3.191 auf 239.009 gestiegen. Das ist eine Zunahme um 1,4 Prozent. Im Vorjahr hatten sich die Betriebsbestände bei den B1-Handwerken noch um 1,7 Prozent erhöht. Dabei entwickelte sich der Betriebsbestand in den westlichen Bundesländern besser als im gesamtdeutschen Durchschnitt (plus 1,7 Prozent). In den östlichen Bundesländern war insgesamt eine Abnahme der Betriebszahlen bei den B1-Gewerken zu verzeichnen (minus 0,3 Prozent). Leicht gesunken ist die Zahl der neu eingetragenen Betriebe: In 2016 wurden 37.545 Betriebe neu eingetragen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind damit insgesamt 1.271 B1-Betriebe weniger in die Rollen und Verzeichnisse der Handwerkskammern eingetragen worden. Leicht zurückgegangen ist die Zahl der Abgänge: Für 2015 waren noch 34.904 B1-Betriebe aus den Handwerksverzeichnissen ausgetragen worden, 2016 waren es noch 34.354. Die absolut stärksten Zuwächse waren bei den Fotografen zu verzeichnen (plus 2.424 Betriebe). Stärkere Zuwächse bei den Betriebszahlen gab es auch bei den Gebäudereinigern (plus 781) sowie den Maßschneidern (plus 393). Prozentual am stärksten konnten wiederum die Fotografen mit einem Plus von 11,3 Prozent zulegen. Der Zuwachs bei den Betriebsbeständen im Fo-tografenhandwerk hat sich damit auch 2016 fortgesetzt. Begünstigt wird diese Entwicklung sicherlich auch davon, dass viele Betriebsgründer das Fotografenhandwerk im Nebenerwerb ausüben. Die rückläufigen Gründungszahlen in der Anlage B1 sind primär auf die gesunkenen Betriebsgründungen im B1-Bereich von Inhabern aus Ost- und Mitteleuropa zurückzuführen. Während die Zahl der Zugänge in der gesamten Anlage B1 um 1.271 zurückging, gab es allein unter den Betrieben mit Inhabern aus den osteuro-päischen EU-Mitgliedstaaten 1.529 weniger Eintragungen als im Vergleichsjahr 2015. Insgesamt gehört mit 39.007 Betrieben jeder sechste Betrieb im B1-Bestand einem Inhaber aus den Staaten, die seit 2004 der Europäischen Union beigetreten sind.

Anlage A: In den zulassungspflichtigen Anlage-A-Handwerken sind die Betriebszahlen wie in den Vorjahren gesunken. Insgesamt waren zum 31.12.2016 579.224 Betriebe der Anlage A in die Handwerksrollen eingetragen. Das ist ein Rückgang um 5.941 Betriebe oder 1,0 Prozent im Vergleich zum Jahresbeginn 2016. Damit hat sich der Rückgang der Betriebszahlen in der Anlage A im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, als 4.788 Betriebe weniger verzeichnet waren, weiter beschleunigt. Gesunken ist die Anzahl der Zugänge in die Anlage A (minus 1.160 auf 28.157 Betriebe). Leicht abgenommen hat die Zahl der Abgänge, die auf 34.098 zurückgegangen ist. Dabei waren die Betriebsbestände in der Anlage A in allen Bundesländern rückläufig. Dieser Rückgang war im Bundesgebiet auch für die sieben Gewerbegruppen des Handwerks zu beobachten. Wobei der Rückgang bei den Kfz-Handwerken und bei den persönlichen Dienstleistungsgewerken am geringsten (minus 0,2 Prozent) und in den Lebensmittel-handwerken am höchsten (minus 3,2 Prozent) ausfiel. Deutliche Rückgänge der Betriebszahlen gab es auch bei den Bauhauptgewerken und den Handwerken für den gewerblichen Bedarf (minus 1,8 bzw. 1,6 Prozent). Im Vergleich etwas schwächer fielen die Rückgänge in den Ausbau- und Gesundheitshandwerken aus (jeweils minus 0,9 Prozent). Prozentual am stärksten zugelegt haben die Betriebszahlen bei den Boots- und Schiffbauern (plus 1,7 Prozent) sowie den Zweiradmechanikern (plus 1,3 Prozent), die absolut größten Zuwächse gab es ebenso bei den Zweiradmechanikern (plus 53 Betriebe). Die deutlichsten prozentualen Rückgänge verzeichneten die Seiler (minus 6,6 Prozent) und Informationstechniker (minus 4,5 Prozent). Im Fall des Seilerhand-werks muss allerdings auch die sehr geringe Grundgesamtheit mit in die Betrachtung einbezogen werden. Durch sie führt bereits eine Veränderung des Betriebsbestands um wenige Einheiten zu vergleichsweise hohen Veränderungsraten. In absoluten Zahlen waren die Rückgänge bei Maurern und Betonbauern (minus 957 Betriebe) am stärksten.

Weiterhin quantitativ unbedeutend sind die Eintragungen von einfachen Tätigkeiten in der Anlage A. Hier verzeichnet die Betriebsstatistik zum 31.12.2016 insgesamt 349 Betriebe und damit 19 weniger als zu Beginn des Jahres.

Anlage B2: Auch in den zulassungsfreien handwerksähnlichen B2-Gewerken waren die Betriebszahlen im Gesamtjahr 2016 rückläufig. Zum 31.12.2016 waren 180.686 Betriebe in die B2-Verzeichnisse eingetragen. Das waren 1.957 oder 1,1 Pro-zent weniger als zum Jahresbeginn 2016. Dabei ist die Zahl der Zugänge leicht um 336 auf 19.522 Betriebe zurückgegangen. Ebenso rückläufig hat sich die Zahl der Abgänge entwickelt, die um 483 auf 21.479 Betriebe gesunken ist. Absolut am stärksten sanken die Betriebszahlen im Gewerbezweig Einbau von genormten Baufertigteilen (minus 1.214 Betriebe) sowie im Holz- und Bautenschutzgewerbe (minus 913). Deutlich gestiegen ist die Zahl der Kosmetiker (plus 2.012 Betriebe).

Für die Entwicklung der Betriebszahlen in den Anlagen B1 und B2 hat das Gründungsgeschehen aus Ost- und Mitteleuropa weiterhin eine große Bedeutung. Allerdings sind die Zugänge in den Handwerksverzeichnissen mit Inhabern aus diesen Regionen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum geringer ausgefallen. 11.557 Zugängen in 2016 stehen 13.265 Zugänge in 2015 gegenüber. Die Zahl der Betriebe mit Inhabern aus Ost- und Mitteleuropa hat sich insgesamt leicht rückläufig entwickelt und ist zum 31.12.2016 auf 51.525 zurückgegangen (minus 1.215 Betriebe ggü. Jahresbeginn 2016). Dabei hat sich der Betriebsbestand in den Anlage-A-Gewerken erhöht, während er in den anderen Anlagen zurückgegangen ist. Dies ist sowohl für die west- als auch für die ostdeutschen Bundesländer zu beobachten.

Erstmalig gesondert für die ZDH-Betriebsstatistik erfasst wurden im Jahr 2016 die Betriebszahlen der Betriebe, die von weiblichen Inhabern geführt werden. Wobei es sich hier nur um Einzelunternehmen handelt. Eine Auswertung der Gesellschaften im Handwerk nach dem Geschlecht der Inhaber war nicht möglich. Der Betriebsbestand der Einzelunternehmen im Handwerk, die von weiblichen Inhabern geführt werden, lag zum 31.12.2016 bei 189.543 Betrieben. Dabei wurden in 2016 insgesamt 20.036 Betriebe neu in die Handwerksrollen und -verzeichnisse eingetragen. Der Vergleich der Anteile weiblich geführter Betriebe mit der Gesamtzahl der Betriebe macht die enormen Unterschieden bezüglich der Quote an weiblichen Betriebsinhabern zwischen den Anlagen und Gewerken deutlich. Während im Gesamthandwerk rund 19 Prozent der Betriebe von weiblichen Inhabern geführt werden, sind es in der Anlage A lediglich 12,3 Prozent. Überdurchschnittlich ist der Anteil der weiblichen Inhaber in der Anlage A le-diglich im Konditor- (31,3 Prozent) und Augenoptikerhandwerk (15,9 Prozent). Im Friseurhandwerk stellen weibliche Inhaber mit einem Anteil von 70,3 Prozent sogar die Mehrheit der Betriebsinhaber. In allen anderen Anlage-A-Gewerken sind weibliche In-haber – z. T. deutlich – unterrepräsentiert. In der Anlage B1 liegt der Anteil der weiblichen Betriebsinhaber über dem gesamthandwerklichen Durchschnitt und erreicht 21,2 Prozent. Besonders häufig finden sich Inhaberinnen im Maßschneider- und Modisten-handwerk (85,4 bzw. 83,9 Prozent) sowie im Textilgestalterhandwerk (74,0 Prozent). Auch im Keramiker-, dem Glas- und Porzellanmaler sowie dem Wachszieherhandwerk hat mehr als jeder zweite Betrieb einen weiblichen Inhaber. Der Anteil von Betrieben mit weiblichen Inhabern liegt in den Anlage-B2-Gewerken bei 37,4 Prozent. Die Inhaberin-nen in der Anlage B2 finden sich vor allem im Kosmetikerhandwerk. 48.841 Kosmetikerbetriebe haben weibliche Inhaber, was einem Anteil von 91,1 Prozent an allen Betrieben in diesem Gewerk entspricht. Die weiblich geführten Kosmetikerbetriebe allein haben einen Anteil von mehr als 72 Prozent an allen von Inhaberinnen geführten Be-trieben in der Anlage B2. Hohe Anteile von weiblich geführten Handwerksbetrieben der Anlage B2 finden sich auch in den Gewerken Maskenbildner, Stoffmaler, Theaterkostümnäher, Dekorationsnäher, Bügelanstalten für Herrenoberbekleidung und Änderungsschneider. In allen genannten Gewerken liegt der Anteil weiblicher Inhaber bei mehr als 70 Prozent.

Fazit: Im Jahr 2016 waren die Betriebszahlen im Handwerk wie im Vergleichsjahr 2015 leicht rückläufig. Zwar konnten weiterhin Zuwächse bei den B1-Betrieben verzeichnet werden, jedoch hat sich die Dynamik bei den Betriebszuwächsen in der Anlage B1 weiter abgeschwächt. Die Zuwächse bei den B1-Betrieben konnten die Rückgänge bei den Betriebszahlen in den anderen Anlagen nicht kompensieren. Für das Gesamthandwerk ist die Zahl der Betriebszugänge gegenüber dem Vergleichszeitraum gesunken. Ebenso zurückgegangen ist die Zahl der Abgänge aus den Handwerksrollen und Hand-werksverzeichnissen. Diese Entwicklungen führten insgesamt zu einem Rückgang der Betriebszahlen im Handwerk. Auch für die Zukunft ist davon auszugehen, dass die Betriebszahlen in den B1-Gewerken nicht mehr mit der hohen Dynamik der ersten Jahre nach der Handwerksnovelle von 2004 anwachsen werden. Ohne die hohen Zuwachsraten bei den B1-Betrieben werden die Betriebszahlen im Handwerk voraussichtlich auch in 2017 ihre rückläufige Entwicklung aus den Vorjahren fortsetzen.

Übersichtstabellen zu den Entwicklungen der Betriebsbestände in den Bundesländern sowie den Anlagen, Gewerbegruppen und Gewerken können unter dem folgenden Link abgerufen werden: https://zdh-cloud.odav.de/index.php/s/DJnOfhuWSr49ewh.

Mit freundlichen Grüßen

Quelle: ZDH – Zentralverband des Deutschen Handwerks