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Über Speiseeis

Über Speiseeis

Das Speiseeis ist in Deutschland sehr jung: Es existiert erst seit Anfang der dreißiger Jahre – zumindest dem Wort nach. Denn damals benutzte die erste deutsche „Speiseeisverordnung“ erstmals diese amtliche Bezeichnung für das bereits zuvor gut 120 Jahre lang als „Gefrorenes“ angebotene Eis. Daneben gibt es etliche Geschichten zu den Ursprüngen. Vermutlich waren wieder einmal die Chinesen die ersten, die schon vor mindestens drei Jahrtausenden im Sommer Milch und Fruchtsäfte mischten und daraus einen gekühlten Speiseeis-Vorläufer herstellten.

Fast alle Milcheissorten basieren auf derselben Grundlage: einer Mischung aus Milch, Eiern, Zucker und Sahne. Das Lebensmittelrecht verlangt dabei einen Anteil von 70% Vollmilch.

Das handwerklich hergestellte Eis – also selbstgemachtes Speiseeis in Eisdielen und Gastronomie – hat einen Anteil von 20%.

Circa 22 Millionen Liter im Jahr kommen aus den Softeisautomaten vor allem der Fastfoodketten. Übrigens ist der Pro-Kopf-Verbrauch ausgerechnet im „kühlen Norden“ Europas erheblich höher als bei uns in Deutschland. So verspeisen die Norweger doppelt soviel Eis wie die Deutschen, die Finnen und die Schweden haben mit 11,5 und 11,1 Liter pro Jahr und Einwohner ebenso einen größeren Heißhunger auf die kalte Speise!

Abgesehen davon, dass theoretisch Gen-Milch zur Herstellung verwendet worden sein könnte, hat die Europäische Kommission 2009 offiziell grünes Licht für gentechnisch verändertes Speiseeis gegeben.

Eis des Typs „very strong“ behält bei extrem tiefen Temperaturen seinen cremigen Charakter und schmilzt viel langsamer als herkömmliches Eis. Ermöglicht wird dies vom synthetischen Protein ISP, das mittels genetisch modifizierter Hefe gewonnen wird und dessen Frostschutzeffekt die Wissenschaft sich beim Kabeljau abgeguckt hat.

Die 3.300 Eisdielen, die sich seit 1969 dem Verband Uniteis e.V. angeschlossen haben, wollen allerdings nach eigenen Angaben auch zukünftig allein traditionelles Speiseeis anbieten – das zwar schmilzt, dafür aber keine genmanipulierten Zutaten enthält.
Auch wenn sich exotische Eissorten etablieren konnten – Zitrone-Pfefferminz oder Pistazie-Safran sind nichts Außergewöhnliches mehr -, so lautet die Lieblingssorte der Deutschen jahrein, jahraus: Pistacchio! Knapp jede zehnte verkaufte Kugel hat diese Geschmacksrichtung, 2015 gefolgt von ebenso „gewöhnlichen“ Sorten wie Haselnuss und Latte Macchiato.