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Wenn das Eis nach Hause kommt

Wenn das Eis nach Hause kommt

MIG – Die Traditions-Veranstaltung an der Seite der Gelatieri

Sie haben auf diesen Seiten einiges zum Geschmack des Jahres sowie zum Europäischen Tag des Eishandwerks gelesen. Hier wollen wir Ihnen das jährliche Treffen vorstellen, bei dem diese und andere Entscheidungen zum Eishandwerk getroffen werden: Es ist die Messe MIG (Mostra Internazionale del Gelato artigianale). Jedes Jahr, immer Anfang Dezember findet die internationale Eis-Messe MIG statt, und verwandelt das kleine Städtchen Longarone bei Belluno in die internationale Hauptstadt des handwerklichen Speiseeises – seit fast 60 Jahren.

Ein Stück Heimat

Die klassischen Namen der Eisdielen wie etwa „Dolomiti“ oder „Venezia“ sagen viel über die Herkunft der Eishandwerker – tatsächlich kommen sehr viele von ihnen aus dieser Region, am Fuß der Dolomiten, im nördlichen Venetien. Zur traditionellen Winterpause der Eiscafés kommen die meisten von ihnen nach Hause zurück – ein guter Moment, um sich zu erholen und über die Weiterentwicklung des eigenen Geschäfts nachzudenken. So wurde die Messe vom gemeinsamen Wachstum einer ganzen Branche geprägt – die Messe ist mit ihren Ausstellerfirmen und mit der modernen Eiscafé-Kultur gewachsen, das Eine ist heute ohne das Andere kaum denkbar. So stand die Messe auch im Mittelpunkt des „Europäischen Tages des handwerklichen Speiseeises“, der beim Europaparlament in Straßburg festgeschrieben wurde.

Die Geschichte der MIG

Erstmals fand die Messe vom 06. bis 13. Dezember 1959 statt und seither jedes Jahr, etwa zur gleichen Zeit. Sie zielte damals auf die „süße Kälte“, und der Zeitpunkt wurde schon damals so gewählt, damit die italienischen Eishandwerker aus der ganzen Welt „nach Hause“ kommen und Zeit finden konnten, sich hier inspirieren zu lassen.
Vor 58 Jahren war aber noch alles anders: Die Initiative zur Gründung der Messe ging von Menschen der Gegend aus, der Start erfolgte mit gerade mal 18 ausstellenden Firmen. Zunächst war die Messe also nur ein Treffpunkt von Eisherstellern aus dem Zoldo- und dem Cadore-Tal, die jedes Jahr zur Winterpause hierher zurückkamen.
Für viele Hersteller von Eismaschinen und Zubehör war es schon damals üblich, ihre Kunden in den Wintermonaten anzusprechen, und dafür war es ohnehin praktisch, in die Täler des Veneto zu reisen. Nichts schien also naheliegender, als im Herzen des Veneto einen Treffpunkt zu organisieren.
In den folgenden Jahren verzeichnete die Messe einen steilen Zuwachs, bis zur Katastrophe von Vajont: Am 09. Oktober 1963 spülte eine gewaltige Flutwelle den gesamten Ort Longarone und einige umliegende Dörfer hinfort, zweitausend Menschen starben.
In den nächsten Jahren fand die Messe daher in Pieve di Cadore statt, bis sie 1972 in das vollständig neu aufgebaute Longarone zurückkam und in den dortigen Ausstellungshallen ihre feste Bleibe fand, wobei die Hallen mehrmals modernisiert und ausgebaut werden mussten.
Seither ist die MIG jedes Jahr kontinuierlich gewachsen – sowohl hinsichtlich der Besucherzahl als auch in der Ausstellerqualität, und spiegelt damit die erstaunliche Entwicklung des Speiseeishandwerks wider.

Die MIG heute

Mehr denn je stellt die Messe den Treffpunkt zwischen Handwerkern und ihren Zulieferern dar. Hier werden die Neuigkeiten vorgestellt und die Trends für das kommende Jahr nehmen Gestalt an. So findet hier auch das Jahrestreffen der Eisverbände statt, wie etwa das des deutschen Verbandes Uniteis e.V., der mit seinen 1.500 Mitgliedern für die Entwicklungen in den deutschen Eisdielen federführend ist.
Hier wird beispielsweise der Geschmack des Jahres gewählt – gegenwärtig ist es das Pistazien-Eis.
Jenseits der jährlichen Hauptversammlungen der italienischen Eishersteller aus Deutschland, Österreich und Holland findet auch der Wettbewerb „Coppa d‘Oro“ statt. Das Rahmenprogramm umfasst viele Symposien zu aktuellen Themen in der Eisdiele – etwa zu den Neuerungen in der Deklarationspflicht von Zutaten, zu technischen Neuentwicklungen oder zur Optimierung des Personaleinsatzes.
So wird klar, dass die MIG weit über eine gewöhnliche Messe hinaus geht, und auch die damit verbundenen Tagungen werden noch getoppt, denn längst gehören Wettbewerbe und Fortbildungen ebenso zu der Messe wie Kampagnen, die den Nachwuchs für das Eishandwerk sensibilisieren sollen. Hierfür wurde der Wettbewerb „Festival d‘Autore“ ins Leben gerufen, bei dem sich der Nachwuchs der Speiseeishersteller bei der Präsentation der eigenen Coupes misst. Die Teilnehmer sind Schüler von italienischen Hotelfachschulen, und dieses Jahr werden Institute aus weit mehr Städten Teilnehmer entsenden als bisher.

Besucher-Service

Bessere Erreichbarkeit für Aussteller und Fachbesucher aus dem Ausland – dies war erklärtes Ziel der Messe Longarone für ein neuartiges Service-Paket, um für ganz Europa erreichbarer zu werden. Insbesondere für Besucher aus Deutschland kommt man zu günstigen Tarifen nach Venedig oder Treviso. Während der Messetage wird ein kostenloser Shuttleservice zwischen den Flughäfen Venedig und Treviso und dem Messegelände eingerichtet, für den man sich auf der Internet-Seite der Messe anmelden kann. Beide Flughäfen sind nur eine Fahrstunde von der Messe entfernt. Venedig weist 120 Verbindungen in die EU und darüber hinaus auf, Treviso fügt weitere 45 europaweite Städteverbindungen hinzu, die vor allem von Low- Cost-Fluggesellschaften bedient werden. So wird die Messe leicht und günstig erreichbar – ganz egal, ob Sie von München, Köln, Frankfurt, Bremen, Hamburg, Stuttgart oder Berlin anreisen.

A tavola! / 11. Jahr / Nr. 3 / Mai 2016

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