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BGN Editorial

BGN Editorial

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

ein Blick in die Unfallstatistik des Jahres 2015 zeigt: Im Gastgewerbe ereigneten sich 30.728 meldepflichtige Arbeitsunfälle. 30.728 Mal waren ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin mehr als drei Tage krankgeschrieben, weil sie sich während der Arbeit verletzt haben. Hinter jedem dieser Fälle steht ein Betrieb, der einen unfallbedingten Ausfall kompensieren muss: mit Zusatzkosten für eine Ersatzkraft, mit Mehrarbeit von Kollegen, mit Umorganisation der Arbeit. Vor allem Betriebe mit wenigen Beschäftigten verkraften solche zusätzlichen Belastungen oft schlecht.

In dieser Ausgabe von report berichten wir über einen Unfall, bei dem eine Mitarbeiterin fast zwei Jahre krankgeschrieben war, nachdem sie sich am aufgeschnittenen Deckel einer Konservendose schwer verletzt hatte. Ihr Arbeitgeber, ein Kleinbetrieb, musste 546 Ausfalltage kompensieren. Ein banaler Unfall mit schwerwiegenden Folgen.

Schwerwiegende Folgen hatte kürzlich auch eine Explosion in einem Café, deren Auslöser ein Duftspray mit einem brennbaren Treibgas gewesen sein soll. Bei der Explosion wurde eine Mitarbeiterin schwer verletzt, das beschädigte Café blieb längere Zeit geschlossen: Keine Einnahmen für den Unternehmer bei weiterlaufenden (Lohn-)Kosten. Eine schwer verletzte Mitarbeiterin und ein Sachschaden, der auf rund 200.000 EUR geschätz t wird.

Beide Unfälle zeigen, dass ein Arbeitsunfall ein Unternehmen manchmal wirtschaftlich extrem belasten kann. Sie machen zudem deutlich, wie wichtig Arbeitsschutz und sicherheitsbewusstes Verhalten in jedem Unternehmen sind.

Ein wesentliches Element des betrieblichen Arbeitsschutzes sind die Unterweisungen der Beschäftigten. Nehmen Sie z. B. unsere Unfallberichte als Anlass, um mit Ihren Beschäftigten wieder einmal über Gefährdungen und Schutzmaßnahmen bei einzelnen Tätigkeiten zu sprechen. Und machen Sie deutlich, dass Sie in Ihrem Betrieb Wert auf sicheres Verhalten legen. Denn schließlich geht es um die Gesundheit Ihrer Mitarbeiter und manchmal auch um die wirtschaftliche Existenz Ihres Betriebes.

Ihre

Isabel Dienstbühl, Präventionsleiterin der BGN