Editorial

Stillstand ist rückschritt

Oft fragt man sich, warum einige viel Erfolg haben, während andere sich furchtbar abmühen müssen. Die Erfolgreichen behaupten sich, sind aktiv, haben viele Freunde und wichtige Beziehungen und sind im Grunde zufrieden. Die anderen hingegen schleppen sich durch, haben es schwer, sind gefangen in ihrer Arbeit, die sie ohne Begeisterung und ohne große Zufriedenheit erledigen. Sie sind isoliert. Die Erfolgreichen legen sich ins Zeug, lassen sich etwas einfallen, versuchen, der Zeit voraus zu sein, sind immer bereit, jede Chance wahrzunehmen, während die anderen sich darauf beschränken, das zu tun, was sie schon immer getan haben und von dem sie denken, dass es nicht anders gehen kann, weil man es schon immer so gemacht hat. Für die einen ist das Leben ein offenes Buch, das entdeckt und erlebt werden will; für die anderen ist ein geschlossenes Heft, das schon geschrieben ist und keine Perspektiven bietet. Die einen sind die Gewinner, die anderen die Verlierer.

Dies sind Gedanken, die einem durch den Kopf gehen, wenn man Eiscafés sieht, die Erfolg haben, und andere, die sich so durchschleppen, Speiseeishersteller, die abgesehen von den Schwierigkeiten des Alltags aktiv sind und neue Wege gehen, um sich einen Namen zu machen und ihr Produkt zu fördern, und wenn man auf Speiseeishersteller trifft, die unbeweglich auf verstaubten Standards beharren, keine Zukunftsvision haben und nichts tun, um diesem grauen Einerlei zu entkommen.

Genau deshalb sind Ausbildung, Fortbildung, Marketing, Kommunikation und all die anderen Künste, Disziplinen oder Techniken (nennen wir sie, wie wir wollen) so wichtig, die dabei helfen, sich immer weiter zu verbessern und Gehirn und Muskeln aktiv zu halten: Sie treiben uns an, uns umzusehen und eine Antenne für alles Neue, Positive und Konstruktive zu haben. Dies sind Chancen, die beruflichen Auftrieb geben, motivieren, nach immer neuer und stärkerer Bestätigung verlangen und die Arbeit Spaß machen lassen. All dies bedeutet, dass man nichts als gegeben betrachten und hinsichtlich der Professionalität nicht die Hände in den Schoß legen darf. Es gibt immer etwas Neues, das uns hilft, unsere “Kunst” als handwerklich arbeitende Speiseeishersteller zu verfeinern, denn hier ist unser Beruf das Thema, wobei sich der Gedanke auch perfekt auf alle anderen Bereiche des Lebens übertragen lässt. Daher ist es wichtig, immer in Bewegung zu bleiben. Stillstand ist Rückschritt. In der Welt des Speiseeises gärt es und ist was los, viele Dinge verändern sich. Für uns ist es wichtig, dass wir uns mit ihnen positiv verändern. Das können wir tun, indem wir uns kontinuierlich weiterbilden, uns umsehen, um neue Inspirationsquellen für das Lernen zu finden, uns mit anderen austauschen, mit Intelligenz und Weitsicht Marketingtechniken umsetzen und für unsere Berufsgruppe wie auch für unser handwerklich erzeugtes gutes Speiseeis werben. Das Ausruhen auf den Lorbeeren und der Gedanke, schon alles zu wissen und getan zu haben, sollte dabei unbedingt vermieden werden.

Dino Dall’Anese

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