Editorial

“Das halb volle Glas”

Die Krise schlägt mächtig zu, das ist wahr. Man sollte sich aber nicht dem Pessimismus hingeben, der nur für Traurigkeit sorgt und den Blick auf die positiven Aspekte des Lebens verstellt, die trotz allem vorhanden sind und Mut machen sollten, um stets das Beste zu geben und dabei Schwierigkeiten, Hindernisse und Momente der Unsicherheit und Zukunftsangst zu überwinden.

Die Geschichte vom halb vollen und halb leeren Glas ist immer noch aktuell. Schwarzseher werden trübselig, wenn sie den Blick nur auf dem oberen Teil des Glases ruhen lassen, wodurch dieses halb leer erscheint. Dies führt zu Tatenlosigkeit und zum Verlust des Ansporns, das Glas wieder zu füllen. Anders verhält sich derjenige, der positiv auf das Leben blickt: Er konzentriert sich auf den unteren Teil des Glases und auf seinen Inhalt. Er ist überzeugt, dass das Glas halb voll ist und strengt sich an, um auch den oberen Teil zu füllen.

Es handelt sich dabei nicht um einen kurzsichtigen Optimisten, der die Hindernisse nicht bemerkt, sondern um eine Person, die mit gesundem Realismus die sich bietenden Chancen und den nötigen Einsatz einschätzt, um die gesteckten Ziele zu erreichen und ungelöste Situationen in Ordnung zu bringen. Dies ist ein Gedanke, der mir am Ende der Eissaison 2012 in den Sinn kommt. Der Sommer liegt hinter uns und die erste Bilanz kann gezogen werden. Ist es gut oder schlecht gelaufen? Es ist gelaufen wie immer, ein Auf und Ab positiver und negativer Moment, deren Regisseur das Wetter ist.

Wir Speiseeishersteller sollten das Glas halb voll sehen. Ständiges Jammern führt zu nichts und macht nur traurig. Das schöne Saisonende hat die negativen Zeiten ausgeglichen. Alles in allem können wir zufrieden sein, vor allem dann, wenn wir uns umsehen.

Wir arbeiten in einem Land, das der weltweiten Krise gut standhält: Es ist stabil, geordnet, mit Strukturen und Diensten, die funktionieren. Das ist das halb volle Glas Deutschlands. Wir können uns aus vielen Gründen glücklich schätzen, dass wir unser Eiscafé in diesem Land haben.

Probleme haben sicherlich alle und auch wir Speiseeishersteller, deren Beruf komplexer und anspruchsvoller geworden ist als noch in der jüngsten Vergangenheit. Es ist unsere Aufgabe und Pflicht, uns anzustrengen, um die als negativ1 erachteten Aspekte zu überwinden und bessere Bedingungen zu erreichen. Dies ist seit jeher das Ziel unseres Verbands. Wir halten zusammen und die Lage wird sicherlich besser werden. Wenn wir uns auf das halb volle Glas konzentrieren, werden wir besser arbeiten und besser leben.

Dino Dall’Anese

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