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2. Tag des europäischen Eishandwerks

Gegenwart und Zukunft des Eishandwerks in Deutschland

Am 24. März feierte der Verband Uniteis e.V. den 2. Europatag des „Gelato“. Der Europäische Tag des handwerklich hergestellten Speiseeises wurde am 05. Juli 2012 durch die Mehrheit der Europaparlamentarier in Straßburg mit 378 Unterschriften beschlossen.

Stracciatella für alle!

Anlässlich dieses Tages am 24. März stellte Uniteis e.V. in Zusammenarbeit mit Artglace, dem europäischen Dachverband der handwerklich arbeitenden Eishersteller, die neue Eissorte „Stracciatella d’Europa“ – eine Variation von Fior di Latte mit Schokolade und Orange – vor. In allen italienischen Eisdielen wurde an diesem Tag europaweit diese Eissorte zur Verkostung angeboten. Befürworter und Vorantreiber der Initiative wie die Vertreter von Uniteis e.V., die Messe Longarone sowie der Dachverband Artglace halten das positive Ergebnis aus Straßburg für einen bedeutenden Faktor im Hinblick auf die Unterstützung und Förderung des handwerklich hergestellten Speiseeises in Europa. Ziel dieser Initiative sei nicht die Einführung neuer Normen und Regeln, sondern die Intensivierung der Kommunikation gegenüber Kunden und Institutionen. „Es geht darum, einer Branche, die nicht nur ein Garant in Puncto Qualität und Nährwertprofil ist, sondern auch als wichtiger Akteur innerhalb einer Wirtschaftskette fungiert, einen angemessenen Stellenwert einzuräumen“, so Dario Olivier, Vosrsitzender des deutschen Verbands Uniteis e.V. im Rahmen einer Pressekonferenz, die zu diesem Anlass in Düsseldorf abgehalten wurde.

Ausbildung, quo vadis?

Bei dieser Gelegenheit wurden auch die Neuerungen zur Ausbildung zum handwerklichen Speiseeishersteller
vorgestellt. „Nach drei Jahren Ausbildung im Dualen System erhält man die Auszeichnung zur Fachkraft für Speiseeis“, erklärte Elsbeth Ruiner, Leiterin der Justus-von-Liebig-Schule in Mannheim. Die ersten zwei Jahre werden mit den schulischen Inhalten der Hotelfachschule einhergehen, im dritten Lehrjahr sind die Inhalte dann nur noch auf die Eisdiele fokussiert. Insgesamt sind 880 Schulstunden während der Ausbildung vorgesehen, die sich wie folgt inhaltlich aufgliedern: 60 Stunden – Herstellen von Erzeugnissen und Zubereitungen mit Massen; 40 Stunden – Herstellen von Milcheis; 80 Stunden – Herstellen weiterer Speiseeissorten; 60 Stunden – Herstellen, behandeln und gestatten von Speiseeiserzeugnissen und schließlich 40 Stunden – Eiscaféorganisation. Diese Verordnung wird auf fünf Jahre befristet und im Dauerrecht überprüft – was im Klartext bedeutet, dass sie dann nur weitergeführt wird, wenn am Ende der Befristung eine dreistellige Zahl an Neuabschlüssen vorweisbar ist. Folglich laden wir alle Besitzer einer handwerklich arbeitenden Gelateria ein, eine Meisterzulassung bei der zuständigen HWK zu erlangen und selbst auszubilden – im Sinne des Fortbestehens dieses traditionellen Handwerks!

Giorgio Cendron, Uniteis e.V.

A tavola! / 9. Jahr / Nr. 3 / Mai 2014

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