Handwerklich hergestellte Speiseeis

Besuch bei Renato Dal Cin

Mit dem Speiseeis groß geworden – in jeder Hinsicht!

Gutes Eis ist seine Leidenschaft – seit seiner Kindheit in Sarmede – einem kleine Dorf nahe Treviso. Bereits mit 14 Jahren kam er nach Deutschland, um in einer Eisdiele zu arbeiten. Seither hat er jahrelang gearbeitet, gelernt, Kurse besucht und eröffnete letztlich 1983 seine erste eigene Eisdiele. Seit 20 Jahren ist er bei der Handwerkskammer als Meister anerkannt und bildet seine Lehrlinge selbst aus – noch lange bevor der Ausbildungslehrgang für Gelatieri ins Leben gerufen wurde.
Das Ergebnis ist sein heutiges Eis-Imperium – 24 Eisdielen zwischen Harz und Heide, und sie alle tragen den einen Namen: Eiscafé dal Cin. Zu solchen Erfolgen gehört viel Beharrlichkeit und – vor allem – ein sehr gutes Eis! Also fangen wir doch mal genau hier an…
Renato Dal Cin ist überzeugter Eishandwerker: Fertig- oder Basisprodukte haben in seinen Eislaboren nichts verloren, und die Eisrezepte haben eine sehr traditionelle Ausrichtung. Renato achtet lediglich darauf, niemals mehr Zucker als nötig zu verwenden. Die Eislabore waren bisher in den einzelnen Eiscafés untergebracht, ab Mai dieses Jahres erfolgt die Eisproduktion zentral, in seinem neuen Labor bei Schwarmstedt. Wird dies etwas ändern? „Nein, denn die Produktion bleibt handwerklich!“ – dies liegt Renato sehr am Herzen, und er erklärt auch warum: „Ich habe einmal die Umstellung auf eine kontinuierliche Produktion gewagt, und das Ergebnis war jenes Eis, das wir aus der Industrie kennen. Für ein gutes Eis, hinter dem ich guten Gewissens stehen kann, benötige ich meine Chargenmaschinen.“
Beim Selbsttest können wir bestätigen: ein hervorragendes Vanilleeis mit warmen, vollmundigen Geschmack. Ein Schokoladeneis, das Kindheitserinnerungen weckt und dann noch eine recht gelungene Eigenkomposition namens „Hannover“, eine harmonische Kombination aus Haselnuss und Schokolade mit einem Hauch Vanille. Insgesamt wechseln sich rund 40 Sorten in Renatos Vitrinen ab, sie alle bestehen nur aus natürlichen Zutaten – wobei der Meister- Gelatiere durchaus auch eine kreative Ader hat: „Es gibt nichts, woraus Impero artigianale del gelatoman nicht auch Eis machen könnte. Zum Kartoffelfest biete ich natürlich auch ein Kartoffeleis an – streng limitiert, natürlich, denn beim Fest ist es zwar der Renner, aber danach wagt es kaum mehr jemand, es überhaupt zu probieren!“
Solche Gelegenheiten gibt es im Norden Deutschlands häufig – folglich sind auch Geschmacksrichtungen wie Kürbis, Karotte oder sogar Tomate längst keine Experimente mehr. Doch am besten laufen immer noch die klassischen Eissorten und natürlich Renatos selbst kreierte Spezialitäten auf Schokoladenbasis – davon gibt es übrigens deutlich mehr im Standard-Sortiment als anderswo, ein gelungenesBeispiel für das echte Gelato Artigianale Italiano!

A tavola! / 9. Jahr / Nr. 3 / Mai 2014

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