Rechtsvorschriften

Mais 1507: wird er bald auch in Deutschland angebaut?

Mais 1507 ist ein insekten- und herbizidresistenter Mais. Er wurde von Dow AgroSciences und DuPont (Pioneer Hi-Bred) entwickelt und ist auch bekannt unter den Handelsnamen Herculex I und Herculex CB. Mais 1507 wurde mithilfe der Genkanone so verändert, dass er das Enzym Phosphinothricin-Acetyltransferase aus Streptomyces viridochromeogenes und das Protein Cry1F aus Bacillus thuringiensis var. aizawai produziert. Wegen PAT ist er resistent gegen den Herbizidwirkstoff Phosphinothricin (Glufosinat) und wegen Cry1F gegen bestimmte Schädlinge aus der Familie der Schmetterlinge, wie den Maiszünsler.

Mais 1507 ist mit Stand 27. November 2013 in weltweit 18 Ländern sowie in der EU als Lebensmittel und in weltweit 15 sowie der EU als Futtermittel zugelassen. In 11 Ländern, jedoch nicht in der EU, ist er zum Anbau zugelassen. In Puerto Rico wurde er 2006 vom Markt genommen, da ein Maisschädling aus der Familie der Eulenfalter Resistenzen entwickelt hatte.

Dem in der EU ursprünglich 2001 eingereichten Antrag für eine Anbauzulassung wurde bisher nicht stattgegeben. Die für die Zulassung erforderliche positive Risikobewertung durch die EFSA wurde 2005 abgeschlossen und in der Folge mehrfach bestätigt. Am 26. September 2013 stellte der Europäische Gerichtshof fest, dass die zuständige Europäische Kommission die Zulassung jahrelang unrechtmäßig aufgeschoben hatte. Die Kommission leitete daraufhin die im Ministerrat notwendige Abstimmung ein, die am 11. Februar 2014 ohne qualifizierte Mehrheit für oder gegen die Zulassung endete. Der Kommissionsvorschlag sieht vor, den Anbau zu erlauben, allerdings ohne eine Nutzung der Herbizidtoleranz sowie mit Auflagen bezüglich Refugienflächen und Resistenzmonitoring.

Nach der Abstimmung im Ministerrat wird die EU-Kommission den Mais 1507 wohl zulassen.
Das bedeutet jedoch nicht, dass der 1507-Mais schon bald in Europa ausgesät wird. Zunächst muss das Unternehmen (Pioneer) einen Überwachungsplan ( Monitoring) ausarbeiten und den Behörden zur Genehmigung vorlegen. Auch die sortenrechtlichen Zulassungen müssen noch eingeholt werden. Das alles kann einige Zeit dauern.

In Spanien könnte 1507-Saatgut frühestens 2015 auf den Markt kommen. Dort ist der Anbau von Bt-Mais weit verbreitet. Für die Landwirte wäre der Mais 1507 eine Alternative zu dem seit vielen Jahren genutzten MON810-Mais.

Ob der Mais 1507 auch in anderen Ländern erhältlich sein wird, erscheint fraglich. Für Landwirte ist ein Anbau unter den derzeitigen Rahmenbedingungen oft wenig attraktiv. Sie müssen bestimmte Auflagen einhalten, etwa die Ernte getrennt transportieren und vermarkten. In Deutschland ist zudem ein Mindestabstand von 150 Metern zum nächsten Maisfeld vorgeschrieben und die Anbauflächen müssen drei Monate vor der Aussaat in das öffentliche Standortregister eingetragen werden. Das alles verlangt vom Landwirt viel Aufwand – vom Ärger mit dem gentechnik-kritischen Umfeld abgesehen.

Länder wie Deutschland, die aus politischen Gründen gegen den Anbau von gv-Mais sind, werden alle Möglichkeiten ausschöpfen, auch nach einer EU-Zulassung den Mais 1507 zu verbieten oder noch weiter einzuschränken.

Related Articles

Check Also

Close