Uniteis e.V.

SPEISEEIS JA! ABER WIE?

Kurz vor dem Sommer erfahren wir, dass ein bekannter multinationaler Konzern durch die Modifizierung von vergorenen Hefen, denen Gene des amerikanischen Kabeljaus eingesetzt wurden, ein Protein geschaffen hat.

Dies hat zum Ziel, industriell hergestelltes Speiseeis auch bei sehr niedrigen Temperaturen besonders weich und cremig zu halten und das Schmelzen zu verzögern. Zu diesem Zweck wird der “Gefrierschutz-Effekt” der im Labor rekonstruierten Proteine genutzt, die im Blut des Kabeljaus zu finden sind.

Die industrielle Produktion macht sehr lange Verarbeitungs- Lager-, Transport-, Vertriebs- und Verkaufszeiten erforderlich. Daraus erwächst die Notwendigkeit für die Industrie, auf Lösungen zurückzugreifen, die den Einsatz von Konservierungsmitteln und anderen Notbehelfen vorsehen.

Dieses neue Protein entspringt der Logik, auf die Struktur des Speiseeises einzuwirken, um die Konservierung zu begünstigen und eventuelle Lücken wettzumachen, die in der Kühlkette auftreten könnten.

Im Gegensatz dazu ist für uns handwerklich arbeitende Speiseeishersteller die Frische unseres Produkts unsere Stärke.

Das traditionell nach italienischer Handwerkskunst hergestellte Speiseeis ist ein frisches Produkt, das aus frischen Zutaten erzeugt und innerhalb eines sehr kurzen Zeitraums verzehrt wird. Für seine Konservierung sind daher keine Konservierungsmittel erforderlich und die Kälte allein ist ausreichend.

Wir Speiseeishersteller des italienischen Handwerksverbands “Confartigianato” und des italienischen Bunds der KMU “CNA” haben in Zusammenarbeit mit Uniteis e.V. (Verband der italienischen Speiseeishersteller in Deutschland) und mit der wertvollen Unterstützung der zwei “großen Alten” der italienischen Kunst der Speiseeiserzeugung, Luca Caviezel und Carlo Pozzi, den vom Qualitätssystem begleiteten Italienischen Kodex des traditionellen, handwerklich hergestellten Speiseeises erstellt, den wir “Artigelato” genannt haben.

Unter diesen Voraussetzungen denken wir, dass der aufmerksame Verbraucher immer stärker motiviert sein wird, sich einem frischen Produkt zuzuwenden. Darüber hinaus versetzt ein Produkt, das nicht schmilzt, in Alarm. Wer garantiert, dass die Kühlkette nicht unterbrochen wurde? Außerdem stellt sich die Frage: ”Wenn dieses Produkt nicht gefriert und nicht schmilzt, ist es dann richtig, es als Speiseeis zu bezeichnen oder reden wir eigentlich über eine eingefrorene Creme?”

In Wahrheit hat dieses mit Gefrierschutzproteinen erzeugte “Anti-Eis” schon eine genetische Belastung, die den Eigenschaften des Kabeljaus eigen ist, und was die Etikettierung der Zutaten angeht, wird nicht im Geringsten auf das Vorhandensein von OGM hingewiesen. Stumm wie ein Fisch!

Die einzigen Dinge, um deren Konservierung wir handwerklich arbeitenden Speiseeishersteller uns sorgen müssen, sind die Kunst der Speiseeiserzeugung in der italienischen Tradition und unsere Professionalität.

Loris Molin Pradel
Präsident 

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