Verschiedenes

Tourismus in den Dolomiten

Natur und Kultur in eindrucksvollen Formen erleben

Weinberge, Äpfel, grüne Täler, schneeweiße Berge, stille Seen. Die Region Trentino-Südtirol ruft die unwiderstehlichen Bilder der Unverfälschtheit, Natürlichkeit und Ruhe hervor. Dieses „entspannende“, jedoch keineswegs langweilige Bild hat zum touristischen Glück dieser autonomen Region beigetragen – jenseits der rechts beschriebenen „Autochtonie“ begeben wir uns hier auf mondänere Pfade.

Kultur erleben

Dies gilt auch für die Liebhaber der Kunstreisen: In den Provinzen Trient oder Bozen fehlt es nicht an historischen Stätten und sehenswerten Denkmälern. Im romanisch-gotischen Dom von Trient tagte zwischen 1545 und 1563 das berühmte Tridentinische Konzil.
Auch Rovereto darf sich einiger schöner Architekturwerke rühmen, darunter das Kastell und die Markuskirche aus dem 15. Jahrhundert. Auf dem Hügel von Miravalle erinnert eine große Glocke an die Gefallenen aller Kriege.
In Bozen, wo sich die lateinische und die deutsche Kultur überschneiden, empfiehlt es sich in der warmen Jahreszeit, den Rundgang mit einem kleineren, aber umso bedeutungsvolleren Kunstwerk zu beginnen und den gotischen Dom durch die reich geschnitzte Weintür (Porta del Vino) zu betreten, um sich bei der Betrachtung der zwischen Weinreben rege arbeitenden
Bauern ein Bild von der Region zu machen, in der Weinbau eine ausschlaggebende Rolle spielt.
Von besonderem Interesse ist die Dominikanerkirche, die mit einem Freskenzyklus („Triumph des Todes“) aus dem 14. Jahrhundert in der Art von Giotto ausgeschmückt ist. Von besonderer Schönheit ist auch der berühmte Urlaubsort Meran mit seinen alten Arkaden und der eindrucksvollen Altstadt.

Aktiv-Urlaub

Etwa von San Cipriano aus können verschiedene Touren unternommen werden – im Sommer Wanderungen bis zur steilen Hammerwand, im Winter sorgen Langlaufloipen für ungetrübten Genuss der Landschaft.
Überall in der Region finden sich Agriturismi, von diesen aus lassen sich Fahrradtouren, Ausritte und Bergbesteigungen organisieren. Hier sind bei ausgedehnten Touren auch Übernachtungen in Berghütten bedacht, die im Winter zum Teil auch als Skihütten dienen.
Nachdem in Madonna di Campiglio vor einigen Jahren die Skisprung-Olympiade stattfand, ist der Ort kein Geheimtipp mehr für Schumacher und sonstige Ferraristi und ist zu einem beliebten und mondänen Zentrum für Wintersportler geworden. Knapp 150 Kilometer Piste ermöglichen es, bis in den Dorfkern zu fahren, ohne auch nur einmal die Skier abnehmen zu müssen. Insgesamt 26 Liftanlagen erschließen die Hänge unter den Gipfeln der Brenta und auf der gegenüber gelegenen Talseite.
Von hier aus ist auch das Skigebiet von Folgarida und Marilleva zu erreichen.

Natur Pur

Im Nationalpark Stilfser Joch findet der Naturfreund praktisch alles, vom Talboden bis zur hochalpinen Gletscherregion und damit auch eine der seltenen Sommerskiregionen bei über 3.900 Metern über dem Meeresspiegel. Und eigentlich ist dies kein Wunder: Der Nationalpark Stilfser Joch ist 134.620 Hektar groß, zählt damit zu den größten Naturschutzgebieten in Europa und erstreckt sich nicht nur über die Region Trentino, sondern bis weit in die Lombardei hinein. Den Park und seine rauhe Natur kann man mit fast allen erdenklichen Wegen und Fortbewegungsmitteln erkunden – im Zweifelsfall sogar aus der Vogelperspektive, etwa mit einem Paraglider.

Natur kultiviert

Eine besondere Sehenswürdigkeit ist das Schloss Trauttmannsdorff mit seinen atemberaubenden Gartenanlagen. Berühmt wurde Schloss Trauttmansdorff durch die österreichische Kaiserin Sissi, die Meran zur Sommerfrische auserkor und seither im Schloss residierte. Heute zählen die Botanischen Gärten von Schloss Trauttmansdorff über der Kurstadt Meran zu den schönsten Gartenanlagen Europas. Auf zwölf Hektar kann sich der Besucher in Trauttmansdorff auf eine botanische Weltreise in einem Garten begeben – die neu eröffnete Attraktion „Botanische Unterwelt“ als Beispiel: Sie verläuft durch einen Tunnel, der 200 Meter weit in den Fels hineinführt in das unterirdische Reich der Pflanzen. Wasser und Erde, Nährstoffe, Wurzelwerk und Licht stehen im Mittelpunkt dieser multimedial aufbereiteten Ausstellung über das Leben unter der Erde.
Die Gärten sind vor allem im Sommer ein Höhepunkt – dann finden im Rahmen der Konzertreihe „Gartennächte“ musikalische Abende der Sonderklasse statt. An den Freitagabenden im Juni, Juli und August bleiben die Gärten bis 23 Uhr geöffnet, an diesen Abenden werden den Besuchern kulinarische wie musikalische Köstlichkeiten geboten.
Zuletzt noch ein Tipp in Sachen
Museumskulinarik: Wein- und Obstbau sind seit Jahrhunderten eine der wichtigsten Stützen der Südtiroler Wirtschaft. So wurde die produktivste Obstbaugemeinde des Landes, Lana an der Etsch, zum Sitz für eine museale Aufbereitung dieses Wirtschaftszweiges.
Das Südtiroler Obstbau-Museum liegt in dem hervorragend erhaltenen mittelalterlichen Ansitz Larchgut in Niederlana. Dort wird dem Besucher ein umfangreicher Einblick in das Thema Obstbau geboten. 60 informative Schautafeln führen in einem Rundgang durch das Museum und erläutern die geschichtliche Entwicklung des Obstbaus. Der Einsatz neuer Medien und zeitgenössischer Anschauungsmodelle ermöglicht es dem Besucher, sich auf unterhaltsame, aber dennoch informative Weise mit dem Thema zu beschäftigen.

A tavola! / 9. Jahr / Nr. 1 / Januar 2014

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