| |

|
|
Die Kunst des Milchschaums
Cappuccino und Latte Macchiato
Espresso und Milchschaum - ein gutes Gespann!
Zugegeben - Latte Art klingt nicht sehr
italienisch... Aber dahinter verbergen
sich all jene Getränke auf Espresso-Basis,
die mit Milchschaum zubereitet werden -
und sicherlich bewegen wir uns mit Cappuccino
und Latte Macchiato durchaus in
italienischen Gefielden. Der englische Name
für die Kunst des Milchaufschäumens
kommt eher von der zunehmenden Internationalisierung
von Kaffeeverbänden und
den entsprechenden Wettbewerben - dem
Milchschaum ist dabei eine eigene Disziplin
gewidmet.
Tatsächlich ist es nicht einfach, einen
steifen und konsistenten Milchschaum zu
erhalten: Die Milch kalt aufschäumen geht
nicht, und selbst mit dem idealen Gerät -
der Dampfdüse einer Espresso-Maschine -
muss man lange üben, um gute Ergebnisse
zu erzielen. Wohl deshalb wird in Deutschland
häufig ein Cappuccino mit Sahne angeboten
- netter Trick, aber für die Freunde
des Originals und im Sinne der italienischen
Leichtigkeit natürlich indiskutabel.
Also zurück zur Espresso-Maschine,
mit einer etwa zur Hälfte gefüllten
Kanne Milch in der Hand.
Beim anfänglichen
Erhitzen sollte
die Düse
kreisförmig
im unteren Drittel der Kanne geführt,
dann erst langsam in spiralförmigen Bewegungen
hochgezogen werden. Hilfreich
ist am Anfang ein Thermometer (entsprechendes
Zubehör kann einfach in der Kanne
befestigt werden), denn bei etwa 60 Grad
wird der Schaum am besten. Sollte die Milch
aber zu warm werden, so gerinnt das Milcheiweiß,
und es gibt nichts mehr zu schäumen.
Auch sollte der Schaum aus kleinen
Blasen bestehen, damit wird die höchste
Festigkeit und Standhaftigkeit erreicht.
Was macht man nun, wenn man den
optimalen Schaum erstellt hat?
Die Italiener nehmen am liebsten nur
ein kleines Milchhäubchen auf ihren ebenso
kleinen Espresso und nennen dies „Macchiato“
(„gefleckter“ Espresso). In der etwas
größeren Tasse wird auf den Espresso der
Schaum direkt mit der Milchkanne gegossen
- das wird der klassische Cappuccino
- wobei die Kapuze durchaus vom Kaffee
gebräunt sein darf - denn die Kapuzinermönche,
nach denen diese
Ka ffeespezia lität
benannt wurde, hatten braune Kapuzen,
nicht weiße. So entsteht ein nettes Farbenspiel,
bei dem ein Barista sein Können gern
unter Beweis stellt - wie die Bilder auf dieser
Seite belegen sollen. Solche Muster werden
in einem Schwung mit der Kanne gegossen
- was Sie auch eindrucksvoll beim Barista-Kurs von A tavola! sehen werden - sofern Sie
da sind (siehe Seite 7).
Der Latte Macchiato ist schließlich gar
kein so großes Kunststück: Hier wird erst
der Milchschaum ins Glas geschüttet, dann
kommt vorsichtig der Espresso dazu. Dieser
legt sich dann zwischen den Schaum
und die abgesetzte Milch, verbindet
sich teilweise mit dieser, und schon
erhält man eine sehr dekorative
Kaffeespezialität - eben den Latte
Macchiato, der genau genommen
nichts anderes ist als ein „umgedrehter“
Cappuccino.
Und was war nun mit dem
Kakao auf dem Cappuccino?
Ja, der gehört da eigentlich
gar nicht hin - bestenfalls als optisches
Kontrastmittel direkt auf den
Espresso, aber vor der Milch!
A tavola!
1 / Januar 2008
|
|