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Der Professionelle Gelatiere
Berufliche Anerkennung und Ausbildung
Durchbruch: 2008 könnten in Deutschland die ersten Ausbildungen starten
Seit vielen Jahren kämpfen die italienischen
Eis-Handweerker in
Deutschland um berufliche Anerkennung
und darum, ihr Wissen im Rahmen
einer Ausbildung weiter geben zu
können. Ende September ist hierfür der
Durchbruch gelungen, denn der vom
Bundesinstitut für Berufsbildung zusammengefasste
Entwurf für das Berufs-
und Ausbildungskonzepts des
Speiseeisherstellers hat einen Konsenz
gefunden, womit nun - rechtlich betrachtet
- die Erarbeitungsphase beginnt. Bevor
der Speiseeis-Hersteller also ein real
existierender Beruf wird, müssen die
Ausbildungsordnung und der Rahmenplan
noch verabschiedet und im Bundesgesetzblatt
veröffentlicht werden.
Voraussichtlich wird der „neue“ Beruf
also zum 01. August 2008 in Kraft
treten, und bis dahin ist viel zu
erledigen - so Giorgio Cendron,
Generalsekretär des Vereins
der italienischen Eishandwerker
Uniteis: „Wir haben sehr
lange auf dieses Ziel hin
gearbeitet, und als nächsten
Schritt wollen wir, so
schnell es geht, die Rahmenbedingungen
für solche Ausbildungsverhältnisse
erarbeiten um
dann unsere Mitglieder entsprechend
vorzubereiten. Wir hoffen, dass
wir auf der diesjährigen Eismesse MIG
bereits feste Aussagen und konkrete Hilfen
für den Beginn der Ausbildungarbeit
vorweisen können“.
Für den Verband Uniteis ist die
Möglichkeit der Ausbildung ein wichtiger
Schritt zum Erhalt der handwerklichen
Qualität in der Eisherstellung.
Hier konne man ansetzen, um den
Nachwuchs auch in Deutschland mit
den Traditions-Geheinissen vertraut zu
machen, wofür einzelne Abschnitte der
Ausbildung etwa auch in Italien stattfinden
könnten.
Damit wäre das Fortbestehen der
Tradition des Eishandwerks auch außerhalb
Italiens gesichert - was auch in
Deutschland wichtig ist, denn die Übergabe
der handwerklichen Eisdielen an die
nächste Generation gerät ins Stocken, Immer
häufiger werden Eisdielen mit einer
guten Tradition und in den besten Lagen
notgedrungen an Betreiber verkauft, die
entweder auf industriell gefertigtes eis
setzt oder dieses gar nicht mehr anbietet.
Der Entwurf des Ausbildungsrahmenplans
sieht auf den ersten Blick
wie eine Mischung aus Konditor- und
Küchenlehrgang aus, aber bei den
zu vermittelnden Kenntnissen wird klar,
dass der Auszubildende ein Allrounder
werden soll - von der Herstellung über
das Management bis zum Verkauf und
der damit verbundenen Gastgeberfunktion.
Damit werden Elemente wie die traditionelle „Ospitalità“ ebenso zum Ausbildungsinhalt
wie die tiefschürfende
Erkundung der Eis-Zubereitung sowie
der verschiedenen Massen und Zuckerlösungen,
die auch die komplexere Arbeit
mit den manchmal nicht ganz vorhersehbaren
natürlichen zutaten wie
etwa Pistazien, Haselnüssen oder Vanilleschoten
Rechnung trägt.
A tavola!
6 / November 2007
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