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Pressebüro
Anna Lisa Carnio
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Das handwerklich hergestellte italienische Speiseeis: ein Nischenprodukt oder ein Produkt, das aufgewertet werden muss?
Ostern früh im Jahr, ein Frühling, der einfach nicht kommen will; dieses Jahr fängt die Eissaison ein wenig schwach an. Trotz dessen haben unsere Speiseeishersteller vertrauensvoll ihre Geschäfte wieder eröffnet und auch unsere Pressekampagne für die Eissorte des Jahres ist angelaufen. Die Eissorte des Jahres 2008 auf der Basis von „Ricotta“ scheint viel Potential zu haben, da sie originell ist und auch der Name leicht auszusprechen ist. Vor allem aber vermittelt sie eine indirekte Botschaft der Frische und Leichtheit. In der Tat muss Ricotta-Eis, damit es richtig gut ist, vor allem ganz frisch sein, genauso wie seine Grundzutat. Wir müssen also nur noch hoffen, dass das schöne Wetter bald auch in Deutschland ankommt.
Im Rahmen meiner Arbeit ist es vor allem wichtig, die Journalisten daran zu erinnern, dass das echte traditionelle italienische Eis frisch sein und aus unverfälschten Zutaten bestehen muss, wobei der Pasteurisierungsprozess und die Qualitätskontrolle zu beachten sind. Aus all diesen Gründen ist sein Preis höher, um eben all diese wichtigen Voraussetzungen zu erfüllen, die am Ende unser Eis kennzeichnen.
Wenn ich hingegen den aktuellen Markt betrachte, stelle ich die folgenden Veränderungen fest: Das echte, handwerklich hergestellte italienische Speiseeis, das unverfälscht und frisch ist, scheint zu einem Nischenprodukt zu werden, ein exklusives und erlesenes Produkt, das nur dann konsumiert wird, wenn bestimmte Witterungsverhältnisse herrschen. Dieses Verhalten beeinflusst leider die täglichen Einnahmen der Eiscafés, die inzwischen vom Wetter abhängig sind und für Eiscafés, die nur Eis und Kaffee verkaufen, keine guten Gewinne mehr garantieren können. Daher werden die Speiseeishersteller in der Zukunft gezwungen sein, auch andere ergänzende Produkte in ihren Lokalen zu verkaufen.
Soviel ich weiß, breitet sich um dieses hervorragende Produkt jedoch ein enormes Angebot an mittelmäßigem Eis aus, das immer gleich ist und mit schon von der Industrie vorbereiteten Produkten hergestellt wird. Ein solches Eis kann man heutzutage überall kaufen und nicht nur in Eiscafés, die von anderen Volksgruppen geleitet werden, oder in Bistros, die mit der italienischen Fahne mit dem Namen „ital. Eis“ werben, sondern auch in einigen Eiscafés, die von Italienern geleitet werden.
Auf der Grundlage dieser Betrachtung kommt mir eine Überlegung zur Zukunft dieser Branche in den Sinn, die sicherlich dank der gerade erfolgten Anerkennung des Berufsbilds die Möglichkeit hat, sich aufzuwerten und eine neue Generation qualifizierter Speiseeishersteller entstehen zu lassen. Nachdem den Medien von uns Pressemitteilungen zur Eissorte des Jahres zugesandt wurden, konzentriert sich die Resonanz dieser Medien stark auf eben diese professionelle Anerkennung des Speiseeisherstellers. In diesem Zusammenhang ist die Eissorte des Jahres auf der Basis von „Ricotta“ perfekt, da sie mit unserer Philosophie übereinstimmt: ein Produkt, das ursprünglich aus Italien kommt, bestehend aus frischen und unverfälschten Zutaten wie das echte traditionelle Eis, hergestellt von verantwortungsvollen und bewusst arbeitenden Speiseeismeistern. Ohne jeden Zweifel ist das Speiseeis in der derzeitigen Vorstellung auch ein Produkt, das in einem weiter gefassten Zusammenhang gesehen wird, zum Beispiel im Kaffeehaus und somit in Kombination mit der Kaffeepause, oder im Bistro in Kombination mit dem Mittagessen, oder in der deutschen Bäckerei und somit kombiniert mit dem Kauf eines schnellen Snacks, oder als Dessert nach dem Essen. Wenn wir nun nicht mit der Konkurrenz in einen Topf geworfen werden wollen, die jede Art von minderwertigen Produkten verkauft, wäre es wichtig, die Rolle spezialisierter Speiseeishersteller neu zu definieren und aufzuwerten, die auf die Qualität und Ursprünglichkeit der von ihnen verkauften Produkte abzielen und dies unabhängig davon, ob es sich nun um Eis, Eisspezialitäten, Halbgefrorenes, Tiramisu, Süßspeisen, Tramezzini, belegte Brötchen oder Heißgetränke handelt, wobei zu beachten ist, dass es sich bei allen Produkten um typisch italienische Produkte handelt. Vielleicht haben wir vergessen, dass genau wir es waren, die in Deutschland diese Produkte vorgestellt haben, die die Deutschen nicht kannten, wie Prosecco, Campari, Aperol und Martini als Aperitifs, Espresso, Latte Macchiato und Cappuccino, Grappa, um auf eben diese Weise den Umsatz zu erhöhen, der in den Monaten der Nebensaison fehlte und auch, weil für uns Italiener diese Produkte ein Synonym für die angenehmen Dinge unseres Landes sind. Alles Produkte, die, welch ein Zufall, auch unseren Kunden sofort geschmeckt haben.
Aus diesem Grunde sollten die Speiseeishersteller heute nicht darauf beharren, einzig und allein Eis verkaufen zu wollen. Wir merken alle, dass man sich von den Saisonbindungen lösen muss. Warum sollte man diesem hervorragenden Produkt aus unserer Heimat also nicht andere typisch italienische Produkte von unbestrittener Qualität an die Seite stellen, um das Angebot zu vervollständigen, und all diese typischen Produkte mit dem Bewußtsein und dem Stolz verkaufen, berühmte Qualität und italienische Tradition anzubieten.
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