Berufspraxis

Gemeinsame Erklärung

von
Hans Peter Wollseifer,
Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks
und
Hans-Peter Kröger,
Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes

Handwerk und Feuerwehr verbindet eine lange Tradition. Die Mitwirkung des ZDH-Prä- sidenten im Beirat des Deutschen Feuerwehrverbandes schafft auch auf Spitzenebene die Synergien, die an der Basis die selbstverständliche Zusammenarbeit vor Ort festigen.

Die Feuerwehr ist ein Garant für Gefahrenabwehr und -verhütung in allen Städten und Gemeinden. Ohne den aufopferungsvollen Dienst der haupt- und ehrenamtlichen Feu- erwehrleute wäre ein geordnetes Gemeinwesen nicht denkbar.

Daher ist die enge Verzahnung mit dem Handwerk nur folgerichtig. Denn gesell- schaftliches, soziales und bürgerschaftliches Engagement vor Ort ist ein fester Bestandteil der Unternehmenskultur im Handwerk. Dies spiegelt sich wider in der Ausbildung, der Übernahme von Ehrenämtern und der Unterstützung von Vereinen und Hilfeleistungsorganisationen, wie zum Beispiel der Freiwilligen Feuerwehr.

Die berufliche Erfahrung der Einsatzkräfte aus unterschiedlichsten Gewerken des Hand- werks, ihr technisches und fachliches Wissen sowie ihre Fähigkeit, Menschen anzuleiten und ihr Engagement zu aktivieren, bereichern die Arbeit der Feuerwehren. Rund die Hälfte der aktiven Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehren hat einen handwerklichen Beruf gelernt, etwa ein Drittel der mehr als eine Million Aktiven ist im Handwerk tätig. Eine handwerkliche Ausbildung ist zumeist auch Grundlage für die Personalgewinnung der Berufsfeuerwehren im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst.

Im Gegenzug bietet die Feuerwehr gleichfalls großes Nachwuchspotenzial für das Handwerk. Eine viertel Million Mädchen und Jungen in den Jugendfeuerwehren kommt für die Handwerksunternehmen als potenzielle Auszubildende in Frage, da sie frühzeitig für technische und handwerkliche Fragegestellungen sensibilisiert werden. Jugendliche, die gelernt haben, Verantwortung zu übernehmen, zuverlässig zu sein und anpacken zu können – das sind die besten Voraussetzungen für eine Karriere im Handwerk.

Besondere Anerkennung gebührt den kleinen und mittleren Betrieben des Handwerks, die das Engagement ihrer Mitarbeiter für die Freiwilligen Feuerwehren mittragen – was zu betrieblichen Belastungen führen kann. Konstruktive Lösungen können hier durch Regelungen und Absprachen geschaffen werden, die beides ermöglichen: verlässliche Anwesenheit in den Betrieben und Übernahme von Verantwortung in der Freiwilligen Feuerwehr – zum Wohle aller.

Vielfältige Kooperationen im Ehrenamt, zur Berufsorientierung für Jugendliche oder für eine hauptamtliche Laufbahn in der Feuerwehr untermauern das enge Miteinander unserer Verbände, die wir im Zeichen des demographischen Wandels noch verstärken müssen.

Unter dieser Prämisse werden ZDH und DFV die Partnerschaft zwischen Handwerk und Feuerwehren weiter festigen.

Berlin, den 19. März 2014

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