Berufspraxis

BDA | Arbeitsmarktentwicklung im August 2020

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat heute die Arbeitsmarktzahlen für August 2020 vorgelegt.

  • Arbeitslosenzahl im August: +45.000 auf 2.955.000
  • Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: +636.000
  • Arbeitslosenquote gegenüber Vormonat: +0,1 Prozentpunkte auf 6,4 %
  • in Anzeigen für Kurzarbeit genannte Personen im August 2020 (bis einschließlich 26. August): 170.000 Personen

Einschätzung der Arbeitsmarktlage durch die BA:

Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung

Die Arbeitslosenzahl ist aufgrund der Sommerpause von Juli auf August gestiegen. Auch im August gab es jedoch keine zusätzlichen coronabedingten Belastungen. Mit 2.955.000 liegt die Zahl der Arbeitslosen 45.000 höher als im Vormonat. Saisonbereinigt hat sie sich um 9.000 verringert. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Arbeitslosenzahl um 636.000 erhöht. Die Arbeitslosenquote steigt von Juli auf August um 0,1 Prozentpunkte auf 6,4 % und verzeichnet im Vergleich zum August des vorigen Jahres ein Plus von 1,3 Prozentpunkten.

Die Unterbeschäftigung, die auch Veränderungen in der Arbeitsmarktpolitik und kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt, hat sich saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 11.000 erhöht. Insgesamt lag die Unterbeschäftigung im August 2020 bei 3.689.000 Personen. Das waren 487.000 mehr als vor einem Jahr.

Kurzarbeit

Vor Beginn der Kurzarbeit müssen Betriebe Anzeige über den voraussichtlichen Arbeitsausfall erstatten. Nach aktuellen Daten zu geprüften Anzeigen wurde vom 1. bis einschließlich 26. August für 170.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Damit geht die Zahl der Personen, für die Kurzarbeit angezeigt wird, nach dem massiven Anstieg in März und April weiter zurück.

Aktuelle Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen bis Juni zur Verfügung. So wurde nach vorläufigen hochgerechneten Daten der Bundesagentur für Arbeit im Juni für 5,36 Mio. Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt, nach 5,82 Mio. im Mai und 5,98 Mio. im April. Die Inanspruchnahme von Kurzarbeit lag damit weit über den Werten zur Zeit der Großen Rezession 2008/2009.

Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung

Die Corona-Krise hat zu einem deutlichen Rückgang der Erwerbstätigkeit und der Beschäftigung geführt. Die Zahl der Erwerbstätigen hat sich im Juli saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 53.000 erhöht. Mit 44,69 Mio. Personen fiel sie im Vergleich zum Vorjahr jedoch um 621.000 niedriger aus. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nimmt nach hochgerechneten Angaben der BA im Juni gegenüber dem Vormonat um 40.000 zu. Im Vergleich zum Vorjahr ist die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Juni um 63.000 auf 33,34 Mio. Beschäftigte gesunken.

Arbeitskräftenachfrage

Die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften ist zu Beginn der Corona-Krise massiv zurückgegangen, aktuell hat sie sich auf niedrigem Niveau weiter leicht erholt. Im August waren 584.000 Arbeitsstellen bei der BA gemeldet, 211.000 weniger als vor einem Jahr. Die Stellenneumeldungen sind wie in den Vormonaten seit Mai auch im August gegenüber dem Vormonat etwas gestiegen. Der BA-Stellenindex (BA X) stieg im August 2020 um 2 Punkte auf 94 Punkte. Er liegt damit 32 Punkte unter dem Vorjahreswert.

In der Anlage erhalten Sie zu Ihrer Information folgende weiterführende Unterlagen:

  • Eckwerte zur Arbeitsmarktentwicklung (Anlage 1)
  • Datenblatt der BA (Anlage 2)

Die aktuelle Einschätzung des IAB zur wirtschaftlichen Lage und den monatlichen Zuwanderungsmonitor des IAB finden Sie unter www.iabforum.de > IAB-Themen > Arbeitsmarktentwicklung und Prognose.

Ausführlichere Arbeitsmarktstatistiken im Zusammenhang mit der Corona-Krise finden Sie unter www.statistik.arbeitsagentur.de auf der Startseite.

Die Presseinformation der BDA zu den Arbeitsmarktzahlen finden sie unter www.arbeitgeber.de > Presse > Aktuelles 2020
 
Mit freundlichen Grüßen
gez. Dr. Anna Robra
gez. Dr. Jupp Zenzen

Quelle: BDA | Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände
Haus der Deutschen Wirtschaft, Breite Straße 29, 10178 Berlin

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