Editorial

Immer nach vorn

Wir waren inzwischen überzeugt, dass auf ein so langes Gewitter endlich wieder die Ruhe folgen würde. Dass das Ende des Tunnels zum Greifen nahe wäre. Und nun stehen wir doch wieder mitten in einem Finanzsturm, der auch soziale und politische Folgen hat und große Sorgen bereitet.

Auch Deutschland hat mit den Folgen der Finanzunruhen zu kämpfen, von denen man dachte, verschon zu bleiben. In einer globalisierten Welt kann sich niemand immun fühlen, wenn eine “Finanzepidemie” ausbricht.

Sicherlich gibt es Länder, die stärker betroffen sind, wie Griechenland, Portugal und Italien, aber es ist unvermeidbar, dass die Epidemie auch die anderen Länder mehr oder weniger stark ansteckt.

Der Sturm ist also noch nicht vorüber. Die Nacht wird noch lang sein, aber man muss nach vorne schauen. Das Herz über die Hürde werfen. Sich der Traurigkeit hinzugeben, tut nicht gut. Auch das Beweinen der Schwierigkeiten hilft nicht wirklich weiter.

Immer nach vorne muss es also gehen, um die, wenn auch schwachen, positiven Signale auszunutzen, die sich abzeichnen. Die Welt dreht sich weiter und früher oder später wird auch diese verdammte Krise Vergangenheit sein.

Der Matrose hat im Sturm, während er darauf wartet, dass sich Wind und Wellen wieder beruhigen, nur eine Sorge, nämlich den Kurs zu halten und die Segel zu flicken, die eventuell kaputtgehen. Es ist richtig, realistisch zu sein und die Realität nüchtern zu betrachten, aber ich glaube, dass es in dieser kritischen Phase gut wäre, einen vernünftigen Optimismus zu hegen, allein schon, um nicht von der “Unternehmerdepression” befallen zu werden.

Das Medien-Tamtam (Zeitungen, Radio, Fernsehen, Internet) überhäuft uns jeden Tag mit negativen Schlagzeilen und gibt uns das Gefühl, am Rande der Wirtschaftskatastrophe zu stehen. Angst- und Spannungsgefühle sind die Folge.

Diesem Tamtam können wir ruhig zuhören, aber wir sollten uns nicht zu sehr beeindrucken und “aus der Bahn werfen” lassen, denn es übertreibt, wenn alles gut läuft (alles scheint super zu sein) und es übertreibt, wenn es schlecht läuft (alles wird zur Katastrophe). Was fehlt, ist ein gewisses Gleichgewicht und ein kühler Kopf bei der Einschätzung der Situation.

Aber abgesehen von allen Überlegungen zur Wirtschafts- und Finanzentwicklung sollte unterstrichen werden, dass sich das handwerkliche Speiseeis in allen Situationen gut hält. Eine Eiskugel ist immer für jedermann erschwinglich und ein fröhlicher Genuss, der nicht fehlen darf, um wenigstens die Angst vor der langen Krise zu vertreiben.

Dino Dall’Anese

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