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„Wolf, Ziege und Kohlkopf“

Liebe Kolleginnen, Liebe Kollegen,

UNITEIS e.V. ist der Verband, der in Deutschland die Interessen der Speiseeishersteller italienischer Nationalität vertritt und schützt. In den vergangenen Jahren hat er aufgrund seiner Kompetenz die Wertschätzung der deutschen Institutionen erlangt, die unseren Verband bei allen Themen rund um Lebensmittel im Allgemeinen und Speiseeis im Besonderen als einen gut vorbereiteten und zuverlässigen Ansprechpartner betrachten.

In jeder Hinsicht vertreten wir das Handwerk und den Berufsstand der Speiseeishersteller.

So wie diese Anerkennung einerseits dem Verband einen Sinn gibt und uns auf eine gewisse Weise stolz macht, so stellt sie uns andererseits vor eine Entscheidung, die wir innerhalb kurzer Zeit fassen müssen.

Die Gründer des Verbandes lebten zu einem historischen Zeitpunkt, der sehr weit von den aktuellen Parametern entfernt war; es gab kein vereintes Europa, der Beruf des Speiseeisherstellers war fast ganz von Italienern “monopolisiert”, es gab kein Gesetz gegen Diskriminierungen …

Seit Jahren haben wir die Entscheidung, den Berufsstand zu vertreten und dabei die innergemeinschaftlichen und somit deutschen Vorschriften zu befolgen, die eine Öffnung der Verbände unabhängig von der jeweiligen Nationalität verlangen, aufgeschoben.

Der Vorstand möchte in unserem Verband einen Teil der Spezifizität als derjenige erhalten, der das Speiseeis nach Deutschland gebracht und nicht nur seine, sondern auch die Geschichte der Speiseeishersteller geschrieben hat. Gleichzeitig ist er aber zu einer Öffnung gezwungen. Deshalb denkt er konkret über eine Lösung nach, die es UNITEIS e.V. ermöglicht, den Berufsstand in Deutschland zu vertreten und gleichzeitig unsere Geschichte und bisherigen Leistungen in der Branche zu schützen.

Die von UNITEIS e.V. vorgeschlagene Lösung hat dem ZDH und der italienischen Botschaft in Deutschland sehr gut gefallen und wir wurden angespornt, in diesem Sinne weiterzuarbeiten.

All dies wird vom Vizepräsidenten Maurizio Costantini in seinem Interview in dieser Ausgabe der “Uniteis Notizie” erklärt.

Wie der Fährmann aus dem berühmten Rätsel von Alkuin, Abt und Ratgeber Karls des Großen, der einzeln mit einem Boot einen Wolf, eine Ziege und einen Kohlkopf sicher an das andere Ufer eines Flusses bringen musste, ohne dass diese sich gegenseitig auffraßen, so erleben auch wir das Drama, zwei unterschiedliche Dinge unter einen Hut bringen zu müssen; die Lösung liegt darin, nach Abwägung der verschiedenen Möglichkeiten, zum Wohle unserer Mitglieder und des Berufsstands der Speiseeishersteller vorzugehen.

Immer ein offenes Ohr für die Bedürfnisse der Speiseeishersteller.

Dario Olivier

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