Editorial

Speiseeishersteller – Unterstützer oder “Schwarzfahrer”

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

unser Verband hat sich unter anderem den Schutz der kollektiven Interessen der italienischen Speiseeishersteller in Deutschland zum Ziel gesetzt. Mit anderen Worten bedeutet dies, dass wir ein uneigennütziger Verein sind, der nicht auf individueller Basis für den Schutz der Interessen des Einzelnen, sondern vor allem für das Gemeinwohl der Berufsgruppe eintritt.

Wenn aber besonderer Bedarf besteht, gehen wir über unsere Zuständigkeiten hinaus und versuchen, auch die Probleme zu lösen, die die handwerklich arbeitenden Speiseeishersteller betreffen, die acht oder neun Monate in Deutschland arbeiten und dann die Winterpause in Italien verbringen. Zum Beispiel bekommen unsere Mitarbeiter aus dem Gebiet Belluno dank unserer Beschwerde bei der Europäischen Kommission auch heute noch Arbeitslosengeld während der Wintermonate.

Uniteis e.V. hat zum Schutz der Interessen der von den neuen Gesetzen betroffenen Speiseeishersteller auch für die “Scudo fiscale” genannte Steueramnestie und das Dekret zur Rettung Italiens “Salva Italia” Beschwerde bei der Europäischen Kommission eingelegt.

Im Januar hat der Verband in Longarone ein Treffen organisiert, bei dem zum ersten Mal Behörden, Bürgermeister, vier Fachanwälte für Gemeinschaftsrecht und Vorstandsmitglieder von Uniteis e.V. an einem runden Tisch zusammengetreten sind, um zu versuchen, einige Probleme im Zusammenhang mit dem doppelten Wohnsitz der Speiseeishersteller zu lösen, die in zwei Staaten leben und arbeiten: Meldung beim Einwohnermeldeamt, Führerscheine, Sozialfürsorge, Schule und Immobiliensteuer. Diese Probleme wurden für uns analysiert und vorgestellt durch die Kanzlei Donà Viscardini aus Padua/Berlin, die aufgrund ihrer Erfahrung im Bereich des Gemeinschaftsrechts die Themen unter einem anderen Gesichtspunkt angeht und dabei die Integration und den Europagedanken unterstützt. An dieser Stelle möchte ich die Gelegenheit nutzen, um der Kanzlei auch im Namen des Vorstands und aller Mitglieder von Herzen zu danken.

Ich möchte unterstreichen, dass die Initiativen zusammen mit all der Arbeit, die Uniteis e.V. seit mehr als vierzig Jahren mit Engagement und Kompetenz leistet, nicht nur den Mitgliedern, sondern allen Speiseeisherstellern und somit auch denjenigen zugute kommen, die keinen Mitgliedsbeitrag zahlen und nicht dazu beitragen, die Kosten des Verbandes zu tragen.

Wer eine Dienstleistung in Anspruch nimmt, ohne dafür zu bezahlen, der wird in der Regel, ohne jemanden beleidigen zu wollen, als Schwarzfahrer oder -seher bezeichnet. Wer mit dem Bus fährt oder ins Stadion geht, ohne ein Ticket zu haben, der benimmt sich wie ein Schwarzfahrer bzw. -seher! Wenn sich, liebe Mitglieder, ein Kollege damit brüstet, dieselben Vorteile zu haben, ohne dafür einen Mitgliedsbeitrag geleistet zu haben, oder Arbeitslosengeld zu erhalten auch ohne Beschwerde eingelegt zu haben, d.h. “mitgefahren zu sein, ohne ein Ticket gelöst zu haben“, dann macht ihm bei allem Respekt vor seiner Entscheidung ruhig klar, dass es, würden alle so handeln, schon bald vorbei wäre mit Bus, Stadion und Spaß!

Wenn es Uniteis e.V. nicht geben würde, dann hätten die italienischen Speiseeishersteller in Deutschland nicht die Anerkennung, die sie heute haben! Ich hoffe, dass viele Speiseeishersteller, die nicht Mitglied sind, einmal ernsthaft nachdenken und sich entscheiden, Mitglied und somit ein Teil unserer großen Familie zu werden.

Ich wünsche allen Speiseeisherstellern viel Gesundheit und Zufriedenheit.

Dario Olivier

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