Editorial

DIE GESUNDHEIT DER VERBRAUCHER GEHT VOR!

Liebe Kolleginnen,Liebe Kollegen,

eine neue Saison hat gerade begonnen. Dieses Jahr haben unsere Mitglieder viele Befürchtungen und Sorgen aufgrund des neuen Gesetzes zum Mindestlohn und der neuen Vorschriften in Bezug auf Allergene.

Wir erleben gerade große Veränderungen, die unsere Arbeit betreffen. In der Vergangenheit konnten wir bestimmte “Geheimnisse” für uns behalten, heute verpflichtet die Transparenz gegenüber dem Verbraucher und den Institutionen die Speiseeishersteller dazu, die Karten auf den Tisch zu legen und vollständige Informationen zum Produkt und zu unserer Arbeit zu liefern.

Ich möchte präzisieren, dass diese Verpflichtungen im Hinblick auf Allergene nicht nur die Speiseeishersteller in Deutschland betreffen, sondern die gesamte Welt der Nahrungsmittel in Europa.

Wie die Findung der kritischen Punkte in der Produktion zur Vermeidung von Verunreinigungen durch Bakterien (HACCP) und die Verpflichtung zur Angabe eventuell vorhandener Zusatzstoffe gehört auch die Verpflichtung zur Angabe eventuell im Produkt vorhandener Allergene zu einem europäischen Projekt, das den Schutz des Verbrauchers zum Ziel hat.

Es versteht sich von selbst, dass ein Verbraucher, der sich von der Firma, von der er beliefert wird, beschützt fühlt, zu einem treuen Kunden wird, der vielleicht auch andere Kunden in unsere Eiscafés bringen wird.

Ich möchte daher an eure Seriosität als Handwerker appellieren, die ihre eigene Arbeit kennen und sich auf transparente Weise den Kunden stellen wollen, wobei ihnen vor allem deren Gesundheit am Herzen liegt, und diese Pflichten nicht als Unannehmlichkeit, sondern als eine Chance gesehen werden, verantwortungsvoll und kompetent aufzutreten.

Seit diesem Jahr ist auch der Mindestlohn eingeführt worden, den ein Arbeitnehmer vom Unternehmen erhalten muss, bei dem er beschäftigt ist.

Der Mindestlohn betrifft nicht nur unsere Branche, sondern jede deutsche Firma. Unsere Lohnvereinbarung sieht ein leicht höheres Entgelt vor; während den Verhandlungen mit der Gewerkschaft NGG haben wir uns auf der Grundlage der Tariftabelle DEHOGA Berlin geeinigt, die zu den niedrigsten Tariftabellen in Deutschland zählt. Über die Verpflichtung zur Einhaltung dieser Parameter hinaus müssen wir die effektiv von unseren Mitarbeitern geleisteten Arbeitsstunden dokumentieren, da ansonsten saftige Strafen drohen.

Die Empfehlung lautet, diese Pflichten nicht zu unterschätzen. Im Falle von Kontrollen muss man zur Vermeidung von Geld- oder Verwaltungsstrafen unbedingt in der Lage sein, die Unterlagen vorzulegen.

Ich bin mir bewusst, dass diese Pflichten unsere Arbeit als kreative Handwerker, die sich lieber nur um die Produktion und den Verkauf von Eis kümmern würden, einschränken. Papierkram ist wahrscheinlich die bei Speiseeisherstellern unbeliebteste Arbeit. Wir sollten aber trotz allem versuchen nach außen zu vermitteln, dass diese “Mehrarbeit” notwendig ist, damit unsere Kunden und Mitarbeiter optimal geschützt sind. Der Schatz unserer Unternehmen sind nicht die Maschinen oder Kühlschränke, sondern zufriedene Kunden und Mitarbeiter, die froh sind, zu unserer Firma zu gehören.

Mit dieser Haltung gehen wir auch diese neue Saison an, von der wir hoffen, dass sie uns nicht nur viele Sorgen, sondern auch viel Zufriedenheit bringt.

Ich wünsche euch viel Gesundheit
Dario Olivier

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