Nahrungsmittel

Was Probiotika vermutlich können

Folgende Effekte gelten heute für Probiotika als gesichert:

  • Das Immunsystem wird positiv beeinflusst.
  • Kinder werden vor Durchfall, Fieber und Infektionen geschützt.
  • Häufigkeit und Dauer verschiedener Durchfallerkrankungen nimmt ab. Insbesondere kann Lactobacillus casei den Krankheitsverlauf bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa hemmen.
  • Die Konzentration gesundheitsschädlicher und krebsfördernder Stoffe im Dickdarm wird gesenkt.
  • Personen mit Milchzuckerunverträglichkeit kommen besser mit Milchzucker zurecht.
  • Probiotika aus Brottrunk wirken verdauungsfördernd.
  • Eine gesunde Darmflora wird gefördert.

Folgende Effekte deuten sich an:

  • Verstopfung bessert sich.
  • Man leidet an weniger Infektionskrankheiten.
  • Allergien und Autoimmunerkrankungen lassen nach.
  • Der Cholesterinspiegel senkt sich, der Fettstoffwechsel wird positiv beeinflusst.
  • Der Körper kann mehr Mineralstoffe aufnehmen.
  • Osteoporose wird vorgebeugt.

So gut milchsaure und probiotische Lebensmittel sein mögen – sie sind kein Ersatz für eine gesunde Ernährung, sondern lediglich eine Unterstützung. Hinzu kommt, dass sie ihre Wirkung offenbar nur dann entfalten, wenn sie regelmäßig eingenommen werden.

 

Schon gewusst?

Probiotika werden gerne mit Präbiotika verwechselt. Das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BGVV) in Berlin beschreibt Probiotika folgendermaßen: “Probiotika sind definierte lebende Mikroorganismen, die in ausreichender Menge in aktiver Form in den Darm gelangen und dadurch positive gesundheitliche Wirkungen erzielen.“
Präbiotika – meist Inulin uns Oligofruktose – hingegen sind Futter für diese Bakterien, die unverdaut in den Darm gelangen. Präbiotika und Probiotika ergänzen sich also hervorragend.

 

Bakteriencocktails härten ab

Sollen uns die Bakterien nutzen, müssen wir sie essen, beispielsweise als milchsauer vergorene Gemüsesalate oder Sauerkraut, beziehungsweise trinken als nicht wärmebehandelten Joghurt, Sauermilch, Kefir, Brottrunk oder andere, industriell hergestellte, probiotische Drinks.
Probiotische “Lebensmittel“ leiten ihren Namen von “pro bios“ ab, “für das Leben“. Definitionsgemäß handelt es sich dabei um Produkte, die lebende Mikroorganismen enthalten: die Probiotika. Sie zeichnen sich durch eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Magen- und Gallensäure aus und lassen sich auch von Verdauungsenzymen wenig  beeindrucken.
Brottrunk ist eine moderne Weiterentwicklung des russischen Nationalgetränks Kwass und wurde 1981 von dem Bäcker Wilhelm Kanne “erfunden“. Kwass wird aus Brot, Sauermilch, Wasser und Gewürzen hergestellt, Brottrunk aus einem speziellen, zerkleinerten Bio-Sauerteigbrot und Brunnenwasser. Er enthält große Mengen lebender Brotmilchsäurebakterien. Damit diese sich leichter im Darm ansiedeln, schwimmen in der Flüssigkeit, wasserlösliche Nahrungsfasern als Futter für die hungrigen Baucharbeiter. Anders als Kwass ist Brottrunk alkoholfrei und infolgedessen mit sechs Kilokalorien auf 100 Milliliter äußerst kalorienarm.

Quelle: AOK Report

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