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Speiseeis: Eine heiße Diskussion um die kalte Köstlichkeit

Nachdem die Europäische Kommission grünes Licht für gentechnisch verändertes Speiseeis gegeben hat, dürfen die 27 EU-Staaten ab diesem Sommer Eis des Typs „very strong“ verkaufen. Dank eines Proteins mit Frostschutzeffekt, das man sich vom Kabeljau abgeguckt hat, behält besagtes Speiseeis selbst bei extrem tiefen Temperaturen seinen cremigen Charakter und schmilzt darüber hinaus viel langsamer als herkömmliches Eis.

ISP (Ice Structuring Protein) heißt das synthetische Protein, das mittels genetisch modifizierter Hefe gewonnen wird. Nach der Genehmigung von Seiten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) einerseits sowie durch die Europäische Kommission andererseits kann das besagte Protein nun als Lebensmittelzutat in die Reihe der „Novel Foods“ aufgenommen werden. Kritische Stimmen merken dazu an, dass Forscher des Indipendent Science Panel bereits in 2006 eine allergene Wirkung des Proteins nachgewiesen haben.

Im Rahmen dieser Diskussion bezieht UNITEIS – der Dachverband für handwerklich arbeitende italienische Speiseeishersteller in Deutschland – eine eindeutige Position: Die kühle Köstlichkeit wird nach wie vor als ein stets frisch zubereitetes Produkt verstanden, für dessen Herstellung nur natürliche Zutaten verwendet werden. Der Umstand, dass Eis als ein gefrorenes Produkt schmilzt, ist sozusagen als Garantie für dessen Unverfälschtheit zu verstehen.

Trotz der neuen Gesetzeslage bieten die Speiseeishersteller der Vereinigung UNITEIS weiterhin genuine Produkte an, d.h. reine Eissorten, die zwar schmelzen, dafür aber keine genmanipulierten Zutaten enthalten. Damit aber wird die Tradition des echten italienischen Speiseeises aufrechterhalten.

Über 1.200 Gelatieri mit 2.200 Eisdielen sind es inzwischen, die sich UNITEIS seit 1969 angeschlossen haben, verteilt über ganz Deutschland. Längst haben sie mit ihrer Qualitätsarbeit den Ruf und Beruf des italienischen Eiskonditors aufgewertet. Seit 1999 ist der UNITEIS-Verband Mitglied des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH). Der Hinweis auf unverfälschte und landestypische Zutaten und die Frische der Herstellung ist ebenfalls ein wichtiges Anliegen des Dachverbandes der italienischen Eisproduzenten in Deutschland.

Seit 2008 ist in Deutschland die zweijährige Berufsausbildung zum Speiseeishersteller bundesweit angeboten.

Berlin, den 31.08.2009

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