Uniteis e.V.

Auch Journalisten essen Eis!

Kommentar von Giorgio Cendron zu Medienangriffen auf das Gelato Artigianale

Eigentlich ist es jedes Jahr so: Kaum beginnt die warme Jahreszeit, schon macht sich die Berichterstattung – etwa von Sendern wie SAT 1 , Pro 7 oder RTL-über das traditionelle italienische Speiseeis her. Es sind seltsamerweise die gleichen Sender, auf denen größräumig das industriell gefertigte Eis beworben wird.
Tatsächlich liegt der Verdacht nahe, dass solche Magazinsendungen (zum Beispiel Extra und Focus TV bei SAT 1, Aktuell ,Explosiv und Exclusiv bei RTL) das hanwerklich hergestellte Eis diskreditieren sollen.
Die methodische Demontage variiert von Jahr zu Jahr, aber die Themen sind doch immer die gleichen: Salmonellengefahr, mangelhafte Hygiene, Bakterien, gefährliche Farbstoffe und Fette. Und wenn nicht gerade die Gesunheitsgefahr ein Thema ist, so wird der Preis für eine Kugel Eis zum Thema, denn dieser ist – nach Meinung solcher Medien – immer höher und ohnehin schon längst zu teuer.
Dieses Jahr wurde den Eisherstellern unterstellt, sie würden nur industriell hergestellte Pülverchen zusammenmischen, ihre Professionalität beschränke sich also auf das Aufreissen von Tütchen und das Vermischen von bedenklichen Industrieprodukten beschränken. Letztes Jahr hingegen sollen die Eishersteller mit billigem Planzenfett die Kremigkeit der Produkte erhöht haben.
Die jüngsten Berichte – natürlich mitten in der Saison, also im Juni und im Juli diesen Jahres – behaupten diese Medien nun, das von den Italienern hergestellte Eis sei eine Kalorienfalle, enthalte Farbstoffe und verschiedene bedenkliche Zusatzstoffe.
Alle diese Behauptungen werden verbreitet, ohne dass sich einer der Autoren die Mühe gemacht hätte, diese durch Tests und Kontrollen durch unabhängige Institute zu untermauern – was ja letztlich diese Vorwürfe entkräftet hätte.
Der Verband Uniteis e.V. hat diese Berichterstattung sorgfältig verfolgt, und kann nun behaupten: Diese Berichte haben System – mit dem Ziel, das Image der italienischen Eishersteller in Deutschland zu beschädigen. Wer die Nutzniesser dessen sein würden, liegt auf der Hand.
Leider haben die Autoren solcher Beträge leichtes Spiel, denn es gibt immer den einen oder anderen Eishersteller italienischer Herkunft der, nur um im Fernsehen zu erscheinen, gern deren Spiel mitspielt.
Bis heute habe ich persölich auf diesen Sendern noch keinen einzigen positiven Bericht zum Eishandwerk verzeichnen können – im Gegensatz zu öffentlichrechtlichen Anstalten wie ARD, ZDF und WDR. Diese Sender scheine deutlich zuverlässiger und objektiver zu sein und beweisen, dass man auch ohne Lügen und
Diffamierungen über unser Handwerk berichten
kann.
Weiterhin haben wir fest gestellt, das in keinem anderen Land in Europa die italienischen
Eishersteller so scharf attakiert werden wie in Deutschland. Es ist bekannt, dass das Gelato Artigianale in der ganzen Welt hoch geschätzt wird – nicht nur aufgrund seiner Bekömmlichkeit und seiner Natürlichkeit, sondern auch aus Respekt gegenüber einem Traditionsprodukt.
Um mit diesen Vorurteilen aufzuräumen, hier ein paar beruhigende Fakten: Das italienische, handwerklich hergestellte Speiseeis enthält nur 3,5% Fett und nur 15% Saccharose, weitere 5% bestehen aus Dextrose, Malz und Invertzucker. So ergibt eine Portion von 100 Gramm Milcheis gerade einmal einen Brennwert von 111 Kcal., was unser Gelato seit über 100 Jahren zu einem beliebten und keineswegs
ungesundem Genuss gemacht hat – auch in Deutschland, wo besonderes Augenmerk auf das Preis-Leistungsverhältnis gelegt wird. Wenn diese 100 Gramm Eis zur Zeit für einen Euro gehandelt werden, so ergibt sich ein Kilopreis von 10 Euro, und dies ist laut einer Studie des ADAC der zur Zeit günstigste Preis in ganz Europa!
Ich bin überzeugt, dass wenn wir italiener weiterhin ein gutes Eis nach den Regeln unserer Tradition herstellen – also aus frischer Milch, frischen Früchten und mit wenig Fett, so wird keine italienische Eisdiele in Deutschland je ihre Kunden verlieren – und wenn die üblichen Sender noch so scharf gegen das Eishandwerk
wettern, nur um den Verkauf von Industrie-
und Softeis zu begünstigen.
Giorgio Cendron, Geschäftsführer des Verbands
italienischer Eishandwerker Uniteis e.V.. Bilder: Uniteis e.V., At 16

A Tavola!
5 / September 2010

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